Feldenkrais: Unterschiede zu anderen Methoden
Als Feldenkrais Practioner wird man oft gefragt, was ist der Unterschied zu anderen Methoden, wie zum Beispiel der Alexander-Technik. Auf der WEB-Seite der Feldenkrais-Ausbildung von Eli Wadler habe ich folgenden Artikel gefunden:
Die Alexander-Technik ist eine der Methoden, die immer wieder mit Feldenkrais in Beziehung gesetzt wird. Der deutlichste Unterschied besteht darin, dass es Feldenkrais um Bewusstheit durch Bewegung geht und F. Alexander um den Moment, bevor die Bewegung beginnt (oder auch nicht beginnt).
Allgemein lässt sich die Feldenkrais-Methode von anderen praktizierten Therapiemethoden vielleicht so abgrenzen: Feldenkrais setzt eine Störung in Beziehung zur gesamten Entwicklungsgeschichte der funktionalen Entwicklung, während viele andere Methoden in unseren Augen (also der Feldenkrais-Lehrer) zu kurz greifen, weil sie nur am Krankheits-Phänomen ansetzen und dieses behandeln wollen.
Die Feldenkrais-Methode bezieht den gesamten Entwicklungskontext der Menschwerdung mit ein und setzt bei den Urfunktionen ein. Denn die Urfunktionen sind universal. Ohne sie sind keine Bewegungsmuster denkbar. So geht Feldenkrais beispielsweise davon aus, dass Gehen oder Stehen höhere Funktionen sind, die niedere Funktionen wie Krabbeln und Drehen von Rücken- in die Bauchlage voraussetzen.
Wenn in der Feldenkrais-Methode eine Störung behandelt wird, dann aktiviert sie die Grundfunktionen der Bewegung und löst diese zunächst aus dem bisherigen Kontext heraus. In der isolierten Grundfunktion kann eine Störung leicht sichtbar gemacht und gelöscht werden.
Eine Reihe von Therapien versucht eine Fehlfunktion zu behandeln, indem sie eine Normalität zugrunde legt, aber nicht das Individuum wahrnimmt. Die Feldenkrais-Methode geht dagegen immer vom subjektiven Erleben des Einzelnen aus. Soll eine bestimmte funktionale Leistung möglich werden, so geht es darum, die Rahmenbedingungen für eine subjektive Verbesserung zu schaffen.
Diese Rahmenbedingungen wiederum zielen darauf ab, im Nervensystem eine Bereitschaft zu erzeugen, um Bewegungen, die vorher nicht möglich waren, nun mit Leichtigkeit zu erreichen.
So wird vom Schüler (= Patient) keine Leistung im Sinne der Normerfüllung erbracht, sondern eine eigene bisher nicht entdeckte Möglichkeit nun genutzt.
Ein Kernpunkt der Feldenkrais-Methode besteht darin, dass schädliche Bewegungsmuster - also gelernte Regelmäßigkeiten - zerstört werden müssen, damit neue gelernt werden können.
Denn durch die Veränderung der Rahmenbedingungen ist das Nervensystem gefordert, neue Bewegungsmuster zu lernen.